Viel Spielzeug hatten wir als Kinder nicht. Jedenfalls gemessen an dem, was sich heute in Kinderzimmern häuft. Bei Nachbar’s Oma, welche ich als kleines Mädchen oft besuchte, gab es gar keine Spielsachen. Während sie im großen Ohrensessel Socken strickte, blätterte ich mit Hingabe in Versand-Katalogen oder kramte gedankenverloren in einer alten Holzkiste, in welcher sich eine Unmenge an Knöpfen befand.
Große, kleine, metallene, hölzerne, auch gläserne Knöpfe, mit Stoff bezogene Wäscheknöpfe, geflochtene Lederknöpfe, welche mit Samt und solche, die sie von alten Kleidungsstücken abgetrennt hatte. Sie wurden regelmäßig herausgekramt, in allen Variationen sortiert, nach Farben, dann nach Größe, nach Schönheit usw.. Man konnte Muster und Figuren legen. Meiner Phantasie wurde keine Grenzen gesetzt.
Das schöne Grabbelgefühl in einem Meer von Knöpfen hat mich immer noch nicht losgelassen.
In einem Stoffgeschäft stieß ich neulich wieder auf eine Kiste und ein großes Glas mit Einzel-Knöpfen. Ich sortierte einige besonders ‘Wertvolle’ heraus und konnte sie für wenige Cent erwerben. Mein Sammlerherz hatte noch nicht genug. ‘Mutters Knopfkiste’ barg noch etliche Schätzchen und auch im eigenen Nähkästchen wurde ich fündig.
Weiße, cremefarbige, durchsichtige, welche aus Permutt, Perlen und einige aus Metall fädelte ich zu zweit oder zu dritt auf kurze Drahthaken. Dann befestigte ich ein Stück hellen Taftstoff stramm auf einem Halbrund aus Styropor (Durchmesser ca. 10 cm) und bohrte die Drahtspitzen (mit den Knöpfen dran) durch Stoff und Styropor. Dicht an dicht mit ca. 150 Knöpfen gespickt wurde das Ganze vorerst auf eine Vase gelegt. Es soll ein Knopfbouquet werden. Am Haltegriff hierfür muss ich noch arbeiten.

















